Kein Gesetz zwingt Sie. Der Markt schon.
Eine allgemeine Sanierungspflicht für Wohnhäuser gibt es nicht. Die Energieklasse steht trotzdem im Preis: Bei gleichem Baujahr liegt ein Haus der Klasse H rund 17 Prozent unter einem vergleichbaren Haus der Klasse D (immowelt, Analyse vom 19.3.2026) — ein bundesweiter Durchschnitt, in teuren Lagen kleiner, in günstigen größer. Der Leitfaden zeigt drei Schritte, die fast nichts kosten.
Kostenlos anfordern ↓- Warum es keine allgemeine Sanierungspflicht gibt — und welche vier Posten Käufer:innen trotzdem still vom Preis abziehen
- Was die Energieklasse im Preis bewegt: Marktzahlen mit Quelle und Einordnung statt Faustformeln
- Der 55-Grad-Test in vier Schritten: ein erster Hinweis, ob Ihr Haus ohne Vollsanierung warm wird
- Drei Schritte, die fast nichts kosten: Energieausweis, Heizkosten, Sanierungsfahrplan — 50 % Zuschuss, bis 650 €, ab drei Wohnungen 850 €
PDF · 13 Seiten · Stand September 2026
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Muss ich mein Haus 2026 überhaupt sanieren?
Eine allgemeine Sanierungspflicht für Wohnhäuser gibt es nicht — nach Kauf oder Erbe bleiben aber zwei Nachrüstpflichten. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen. Rechtlich können Sie vieles lassen, wie es ist. Wirtschaftlich rechnet jemand anderes mit: die Person, die Ihr Haus eines Tages kauft. Energieklasse, Heizkosten und CO₂-Preis stehen in ihrer Rechnung. Die zwei Nachrüstpflichten treffen Ein- und Zweifamilienhäuser, soweit sie nicht schon erfüllt sind. Der Leitfaden zeigt drei Schritte, die fast nichts kosten und die Ihnen zeigen, welche Maßnahmen an Ihrem Haus wirklich zählen.
Direkt weiter: Fristencheck zum GModG in fünf Fragen · Leitfaden „Der Anruf vor dem Antrag“ — erhaltenswerte Bausubstanz klären · Ratgeber zur Förderung und zum Fehler vor der Unterschrift · Leistungen des Büros: Bestandsaufnahme, Substanzanalyse, Statik im Bestand.
Das Heizungsgesetz ist abgeschafft. Der Wertverlust nicht.
Beim Notartermin sagt niemand: Ihr Haus ist Klasse H, deshalb zahle ich weniger. Die Rechnung passiert vorher — in der Kalkulation der Käufer:in und im Beleihungswert der Bank.
„Kein Gesetz, kein Druck.“
Käufer:innen und Banken rechnen Energieklasse, Heizkosten und CO₂-Preis gegen den Kaufpreis — spätestens beim Verkauf.
„Das Haus ist bezahlt und gepflegt, der Wert bleibt.“
Gezahlt wird nicht für den Zustand von heute, sondern abzüglich der Kosten der nächsten zehn Jahre. Wer diese Kosten mit Unterlagen belegen kann, verhandelt aus einer stärkeren Position als jemand, der nur „gut gepflegt“ sagen kann.
„Der alte Kessel darf laufen, also kostet er nichts.“
Rechtlich darf er: Das Betriebsverbot nach 30 Jahren ist gestrichen. Seine Restlebensdauer zieht die Käufer:in trotzdem vom Preis ab — und die Grüngasquote verteuert Gas und Öl absehbar auch für alte Kessel.
„Die Klasse merkt beim Verkauf doch niemand.“
Die Energieklasse gehört zu den Pflichtangaben jeder Immobilienanzeige. Viele Suchende filtern schon beim Scrollen — weniger Anfragen bedeuten weniger Besichtigungen und weniger Verhandlungsspielraum.
4.836 € gegen 2.600 €
Je Quadratmeter: Klasse A gegenüber Klasse H, Ende 2025. Im Abstand zwischen A und H stecken allerdings auch Lage und Baujahr.
ImmoScout24, Analyse vom 3.2.2026.
rund −17 %
Vergleicht man nur Häuser gleichen Baujahrs, liegt ein Haus der Klasse H noch immer rund 17 Prozent unter einem vergleichbaren Haus der Klasse D.
immowelt, Analyse vom 19.3.2026 (hedonisches Modell, Inserate 2025).
rund 85.000 €
Ein Haus, das mit Klasse D 500.000 € erzielen würde, bringt mit Klasse H im Durchschnitt rund 85.000 € weniger.
Rechenbeispiel auf Grundlage der 17 Prozent — keine Aussage über Ihr Haus.
Die 17 Prozent sind ein bundesweiter Durchschnitt. Der Preis eines Hauses setzt sich aus Grundstück und Gebäude zusammen, und die Energieklasse betrifft vor allem das Gebäude. In teuren Lagen, wo das Grundstück einen großen Teil des Preises ausmacht, fällt der Abschlag in Prozent deshalb meist kleiner aus. In günstigen Lagen, wo vor allem das Haus bezahlt wird, eher größer. Den Bodenwert Ihres Grundstücks finden Sie kostenlos unter bodenrichtwerte-boris.de.
Zwei typische Einfamilienhäuser: Öl mit 3.000 Litern im Jahr, Gas mit 20.000 kWh. CO₂-Kosten pro Jahr, jeweils inklusive 19 % Mehrwertsteuer.
- 25 € je Tonne — 2021, Einführung des CO₂-Preises: rund 240 € (Öl), rund 120 € (Gas).
- 55–65 € — Preiskorridor 2026, Auktion am 1.7.2026 bei 65 €: rund 520–620 € (Öl), rund 260–310 € (Gas).
- 95–141 € — Prognose des Ariadne-Projekts (PIK) für 2030: rund 900–1.340 € (Öl), rund 450–670 € (Gas).
- Andere Prognosen liegen niedriger (EU-Kommission 2021: 48–80 €) oder deutlich höher. Sicher ist nur: Ab 2028 bildet sich der Preis im EU-Emissionshandel (ETS2) über Angebot und Nachfrage — eine Prognose ist keine Tatsache.
- So rechnet eine Käufer:in: Verbrauch × CO₂-Faktor × erwarteter CO₂-Preis × zehn Jahre. Das Ergebnis setzt sie als Abschlag an — ob Sie die Rechnung kennen oder nicht.
Quellen: Verbraucherzentrale (6.1.2026) · Auktion 1.7.2026 und ETS2-Start 2028 nach Presseberichten (8.9.2026) · Prognosen: Ariadne/PIK 2024, EU-Kommission 2021. Kurzfristig schwanken die Heizkosten: Für 2026 erwartet der Heizspiegel bei Heizöl rund 24 % höhere Kosten, bei Gas rund 4 % niedrigere (Prognose für eine 70-m²-Wohnung; co2online mit Deutschem Mieterbund und Bauherren-Schutzbund, 22.9.2026).
Was das GModG für Ihr Haus wirklich regelt.
Kein Gesetz zwingt Sie zur Sanierung. Aber mehrere Regeln machen das Abwarten teurer — auch mit alter Heizung.
65-%-Vorgabe für neue Heizungen. Entfallen. Neue Öl- und Gasheizungen sind wieder erlaubt.
Aber nicht ohne Folgekosten: siehe Bio-Treppe und Grüngasquote.
Bio-Treppe (§ 43). Neu eingebaute Öl- und Gasheizungen müssen steigende Bio-Anteile nutzen: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040.
Der Brennstoff für eine neue fossile Heizung wird absehbar teurer.
Grüngasquote (§ 42a). Gas- und Heizöllieferanten müssen bis 2045 vollständig auf — so der Gesetzestext — „klimaneutrale Brennstoffe“ umstellen. Details regelt ein eigenes Gesetz, Entwurf bis 1.12.2026.
Trifft auch alte Kessel: Gas und Öl werden für alle Kund:innen teurer.
Betriebsverbot für alte Kessel. Gestrichen. Kessel dürfen auch nach 30 Jahren weiterlaufen.
Rechtlich kein Muss. Die Restlebensdauer des Kessels zieht die Käufer:in trotzdem vom Preis ab.
Nachrüstpflichten nach Kauf oder Erbe. Bleiben für Ein- und Zweifamilienhäuser: binnen zwei Jahren oberste Geschossdecke und zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen dämmen, soweit noch nicht geschehen. Die zwei Jahre laufen ab dem ersten Eigentumsübergang nach dem 1. Februar 2002 — oft ist das nicht der eigene Erwerb.
Ein fester Kostenposten für die nächste Eigentümer:in — und damit ein Verhandlungsargument gegen Sie.
Energieausweis. Pflicht bei Verkauf und Vermietung. Für Wohngebäude bleibt die Skala A+ bis H; ab 1.1.2027 kommen weitere Pflichtangaben hinzu.
Die Klasse steht in jeder Anzeige. Sie ist der erste Filter, noch vor der Besichtigung.
EU-Gebäuderichtlinie. Keine Pflicht für einzelne Wohnhäuser. Aber: Energieverbrauch aller Wohngebäude bis 2030 −16 %, mindestens 55 % davon über die schlechtesten 43 %.
Politik und Förderung zielen auf die schlechtesten Klassen.
Geerbt oder gekauft? Ob die Nachrüstpflichten Sie treffen und bis wann, klärt der Fristencheck zum GModG — fünf Fragen, ohne Anmeldung. Quellen des Leitfadens: GModG-Infoportal (gmodg.bund.de), in Kraft seit 29.7.2026 · Haufe, 10.8.2026 · LBS, 18.8.2026 · Polarstern, 18.8.2026. Eine erste Einordnung, keine Rechtsberatung.
Der 55-Grad-Test: Braucht Ihr Haus wirklich eine Vollsanierung?
Die häufigste Frage beim Kauf eines Hauses mit Öl- oder Gaskessel: Funktioniert hier eine Wärmepumpe? Einen ersten Hinweis finden Sie mit Ihrer bestehenden Heizung an einem kalten Tag selbst heraus.
- Auf einen richtig kalten Tag wartenFrost, am besten nach ein paar kalten Tagen. Ein milder Herbsttag sagt nichts aus — und selbst ein Frosttag ist selten so kalt wie der Fall, für den eine Heizung ausgelegt wird.
- Die Vorlauftemperatur auf höchstens 55 °C begrenzenIn der Regelung die maximale Vorlauftemperatur einstellen oder die Heizkurve absenken. Bei Unsicherheit hilft Ihr Heizungsfachbetrieb in wenigen Minuten.
- Alle Thermostate auf Stufe 3 drehenStufe 3 entspricht bei den meisten Thermostatköpfen etwa 20 °C Raumtemperatur.
- 24 Stunden ganz normal weiterlebenNotieren Sie Raum für Raum, ob es warm wird — mit Datum und Außentemperatur. Das Protokollblatt dafür steht im Leitfaden.
Ein dokumentierter Test mit Datum und Außentemperatur ist eine belastbare erste Antwort auf die Frage nach dem Heizungstausch. Faustwert: Jedes Grad weniger Vorlauf spart bei einer Wärmepumpe im Schnitt rund 2,5 Prozent Heizkosten.
Der Test ist ein Hinweis, kein Nachweis. Vor dem Einbau gehört eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 dazu: Sie bestimmt, wie groß Wärmepumpe und Heizkörper sein müssen. Viele Anlagen im Bestand sind überdimensioniert (Fraunhofer ISE).
Test nach Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (Pressemitteilung vom 13.8.2024) · Faustwert 2,5 % je Grad: Viessmann.
Wärmepumpentauglich
Mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne Dämmung und ohne neue Fenster.
Nur dort nachbessern
Oft reicht ein größerer Heizkörper oder ein hydraulischer Abgleich. Keine Vollsanierung.
Erst Heizung prüfen, dann Hülle
Abgleich und Heizkörper prüfen lassen. Bleibt es kalt: gezielt dämmen, nicht pauschal.
Aus der Forschung: Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern der Baujahre 1826 bis 2001 gemessen. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, der Heizstab lieferte nur 1,3 % der elektrischen Arbeit. Ausreichend große Heizkörper kamen mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie Fußbodenheizungen (Fraunhofer ISE, 3.11.2025). Ob das für Ihr Haus gilt, zeigt der Test.
Drei Schritte, die fast nichts kosten — und die Reihenfolge danach.
- Energieausweis heraussuchen und die Klasse kennenHeute. Dauert zehn Minuten. Sechs Prüfpunkte: Gültigkeit, Art, Plausibilität.
- Heizkosten der letzten drei Jahre notierenDiese Woche. In kWh pro m² umrechnen — Belege statt Schätzung.
- Den 55-Grad-Test machenAm ersten Frosttag. Ein Hinweis, kein Nachweis.
- Sanierungsfahrplan mit Zuschuss beauftragenAntrag vor Vertrag. Voraussetzung für iSFP- und WPB-Bonus.
- Förderung beantragen, dann Aufträge vergebenNie umgekehrt. Die Heizungsförderung sinkt ab Februar 2027 halbjährlich.
- Maßnahmen in der Reihenfolge des Fahrplans umsetzenNicht in der Reihenfolge, in der die Angebote eintreffen.
- Einen neuen Energieausweis ausstellen lassenDamit der Markt sieht, was Sie verbessert haben.
Dazu: das Protokollblatt zum 55-Grad-Test zum Ausfüllen — acht Räume, je eine Spalte für warm, kühl und kalt —, die Ampel-Auswertung von A+ bis H mit der Frage „was ist jetzt dran?“ und zu jedem Block die Quellen mit Datum zum Nachlesen.
Leitfaden kostenlos anfordern →Bevor Sie fragen.
Muss ich mein Haus sanieren?
Eine allgemeine Sanierungspflicht für Wohnhäuser gibt es nicht. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen, das Betriebsverbot für alte Kessel nach 30 Jahren ist gestrichen. Bestehen bleiben die Nachrüstpflichten nach Kauf oder Erbe: Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sind binnen zwei Jahren ab dem ersten Eigentumsübergang nach dem 1. Februar 2002 die oberste Geschossdecke und die zugänglichen Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen zu dämmen, soweit noch nicht geschehen. Oft ist dieser erste Übergang nicht der eigene Erwerb; liegt er länger als zwei Jahre zurück, ist die Maßnahme bereits fällig. Ob und bis wann Sie das trifft, klärt der Fristencheck in fünf Fragen.
Was kostet mich die Klasse H beim Verkauf?
Zwei Zahlen aus dem Leitfaden: Bei Angebotspreisen für Einfamilienhäuser lagen Klasse A und Klasse H Ende 2025 bei 4.836 € gegen 2.600 € je Quadratmeter (ImmoScout24, Analyse vom 3.2.2026) — darin stecken allerdings auch Lage und Baujahr. Vergleicht man nur Häuser gleichen Baujahrs, liegt ein Haus der Klasse H noch immer rund 17 Prozent unter einem vergleichbaren Haus der Klasse D (immowelt, Analyse vom 19.3.2026, hedonisches Modell, Inserate 2025). Ein Haus, das mit Klasse D 500.000 € erzielen würde, bringt mit Klasse H im Durchschnitt rund 85.000 € weniger.
Diese 17 Prozent sind ein bundesweiter Durchschnitt, keine Aussage über Ihr Haus. Der Preis setzt sich aus Grundstück und Gebäude zusammen, und die Energieklasse betrifft vor allem das Gebäude: In teuren Lagen fällt der Abschlag in Prozent meist kleiner aus, in günstigen Lagen eher größer.
Darf ich noch eine Gasheizung einbauen?
Ja. Die 65-Prozent-Vorgabe ist mit dem GModG entfallen, neue Öl- und Gasheizungen sind wieder erlaubt. Billiger wird fossiles Heizen dadurch nicht: Wer seit dem 29.7.2026 eine neue fossile Heizung einbaut, muss ab 2029 steigende Bio-Anteile beziehen — 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040 (§ 43 GModG, „Bio-Treppe“). Die Grüngasquote wird angerechnet; alternativ erfüllt unter anderem eine Wärmepumpen-Hybridheizung die Pflicht. Wie teuer Bio-Brennstoffe werden, ist offen: In der Bundestagsanhörung im Juni 2026 warnten Sachverständige, etwa von DGB und Heizungsbranche, vor erheblichen Kostenrisiken. Unabhängig davon müssen Gas- und Heizöllieferanten nach § 42a GModG bis 2045 vollständig umstellen — das trifft auch alte Kessel.
Was ändert sich für Vermieter:innen?
Bei bestehenden Heizungen tragen Sie nach dem Stufenmodell des CO₂-Kostenaufteilungsgesetzes 0 bis 95 Prozent der CO₂-Kosten — je schlechter das Haus, desto mehr. Bei Gas- und Ölheizungen, die seit dem 29.7.2026 neu eingebaut werden, tragen Vermieter:innen ab dem 1.1.2028 die Hälfte der CO₂-Kosten und der Gas-Netzentgelte, von 2029 bis 2039 auch die Hälfte der Mehrkosten für den Bio-Anteil (bis 30 % des Brennstoffs) — unabhängig von der Energieklasse, also auch in gut gedämmten Häusern. Ausnahmen gibt es nur in engen Härtefällen, unter anderem bei höchstens sechs Wohnungen, Klasse G oder H und einer Miete unter 85 % der Vergleichsmiete.
Brauche ich eine Vollsanierung, damit eine Wärmepumpe funktioniert?
Nicht zwangsläufig. Der 55-Grad-Test gibt einen ersten Hinweis: Vorlauftemperatur an einem Frosttag auf höchstens 55 °C begrenzen, Thermostate auf Stufe 3, 24 Stunden normal weiterleben und Raum für Raum notieren. Werden alle Räume warm, spricht viel für Wärmepumpentauglichkeit ohne Dämmung und ohne neue Fenster; bleiben einzelne Räume kühl, reicht oft ein größerer Heizkörper oder ein hydraulischer Abgleich. Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern der Baujahre 1826 bis 2001 gemessen: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Der Test bleibt ein Hinweis, kein Nachweis — vor dem Einbau gehört eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 dazu.
Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Das Honorar vereinbaren Sie mit Ihrer Energieberater:in; der Leitfaden nennt keine feste Summe, sondern den Zuschuss: 50 % des Honorars, höchstens 650 € beim Ein- und Zweifamilienhaus, 850 € ab drei Wohnungen. Der Antrag geht vor Vertragsabschluss ans BAFA, und gefördert wird nur, wer auf energie-effizienz-experten.de in der Kategorie „Energieberatung für Wohngebäude“ steht. Zwei Boni setzen einen Fahrplan voraus: Beim iSFP-Bonus verdoppeln sich die förderfähigen Kosten für Einzelmaßnahmen auf 60.000 € je Wohnung und Jahr; die 5 Prozentpunkte extra gibt es seit dem 21.7.2026 nur auf den Teil über 30.000 €. Der Worst-Performing-Building-Bonus (5 Prozentpunkte für Dämmung, nicht für Fenster) ist ab voraussichtlich Anfang 2027 vorgesehen — und zwar an besonders ineffizienten Häusern, etwa mit Klasse H, und nur für Maßnahmen aus einer geförderten Energieberatung. Förderstand September 2026 — Förderbedingungen ändern sich, prüfen Sie vor jedem Antrag auf bafa.de.
Ich will gar nicht verkaufen. Betrifft mich das trotzdem?
Ja, an drei Stellen. Der CO₂-Preis läuft in Ihrer eigenen Heizkostenabrechnung mit und steigt weiter; die Grüngasquote verteuert Gas und Öl absehbar auch für alte Kessel. Nach Kauf oder Erbe bleiben bei Ein- und Zweifamilienhäusern die zwei Nachrüstpflichten bestehen, soweit sie nicht schon erfüllt sind. Und wird das Haus eines Tages übergeben — verkauft oder vererbt —, treffen diese Pflichten die nächste Eigentümer:in: ein fester Kostenposten, den sie einrechnet.
Ist das Anlage-, Rechts- oder Förderberatung?
Nein. Der Leitfaden ersetzt keine Fach-, Rechts- oder Förderberatung. Er ordnet die Rechtslage zum Stand September 2026 ein und zeigt, welche Zahlen Käufer:innen rechnen. Die genannten Marktzahlen sind Durchschnitte aus veröffentlichten Analysen, die CO₂-Preise für 2030 sind Prognosen — beides ist keine Zusage, dass Ihr Haus nach einer Maßnahme mehr wert ist. Ob eine Förderung greift, entscheiden BAFA und KfW; welche Klasse Ihr Haus hat, steht im Energieausweis, den eine ausstellungsberechtigte Person erstellt. Was wir tun: Bestandsaufnahme, Substanzanalyse, Statik im Bestand — und für Fassaden mit Stuck, Klinker oder Fachwerk den bauphysikalischen Nachweis, den eine Innendämmung braucht.
Was kostet mich der Leitfaden?
Nichts. Der Leitfaden kommt per E-Mail, nach einem Bestätigungsklick. Dazu die Baupost mit Fällen aus der Praxis, wenn es etwas zu sagen gibt — abbestellbar mit einem Klick. Lieber persönlich? Das Erstgespräch dauert 20 Minuten und ist kostenlos.
Zum Weiterlesen: Fristencheck zum GModG — läuft Ihre Frist schon? · Leitfaden „Geerbt oder gekauft“ — die zwei Pflichten nach dem GModG · Leitfaden „Altbau ohne Albtraum“ — die Reihenfolge der Sanierung · Leitfaden „Der Anruf vor dem Antrag“ — erhaltenswerte Bausubstanz klären · Förderung für die Altbausanierung: iSFP-Bonus und der Fehler vor der Unterschrift · Leistungen des Büros: Bestandsaufnahme, Substanzanalyse, Statik im Bestand
Der Leitfaden zeigt das Was. Der Videokurs zeigt das Wie — von der Bauphysik bis zur Förderung.
Mit Energieausweis, drei Jahren Heizkosten und dem 55-Grad-Test wissen Sie, wo Ihr Haus steht. Offen bleibt, welche zwei oder drei Maßnahmen bei Ihnen zählen, in welcher Reihenfolge sie kommen und was Sie antworten, wenn Ihnen jemand gleich die Vollsanierung verkaufen will. Genau dort setzt der Videokurs „Der Sanierungs-Fahrplan“ an — in vierzehn Lektionen, ohne Fachchinesisch.
Ein Videokurs — kein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) und keine Energieberatung. Schritt 3 bleibt der iSFP bei einer gelisteten Energieberater:in; der Kurs zeigt Ihnen, was Sie dort einfordern.
Der 55-Grad-Test am ersten Frosttag: Bleiben einzelne Räume kühl, reicht oft ein größerer Heizkörper oder ein hydraulischer Abgleich — keine Vollsanierung.
Nach dem Test: wie Sie mit dem Tausch einzelner Heizkörper die Vorlauftemperatur senken — im Video erklärt, Physik statt Panik.
Die Rechtslage in einer Tabelle: Die 65-Prozent-Vorgabe ist entfallen, dafür kommen Bio-Treppe, Grüngasquote und die Nachrüstpflichten nach Kauf oder Erbe.
Die echten Nachrüstpflichten nach dem GModG von Verkaufsargumenten unterscheiden — mit einer Konter-Frage für jedes Beratungsgespräch.
Die Auswertung legt Klasse, Verbrauch und Testergebnis nebeneinander und nennt sieben Schritte in der richtigen Reihenfolge.
Die logische Reihenfolge für Ihr Haus — und das Berechnungsdokument, das Sie von Ihrer Berater:in einfordern sollten, statt pauschale Schätzungen zu akzeptieren.
Schritt 3: den Zuschuss vor dem Vertrag beantragen — wer vorher unterschreibt, riskiert die komplette Förderung.
Den Formfehler vor der Unterschrift vermeiden, der die komplette Förderung kosten kann — nicht nur beim Fahrplan, sondern bei jedem Auftrag.
Nach dem Kurs wissen Sie, welche zwei oder drei Maßnahmen bei Ihrem Haus zählen und in welcher Reihenfolge sie kommen — und Sie gehen mit einer Konter-Frage in jedes Beratungsgespräch, statt sich die nächste Maßnahme verkaufen zu lassen.
Der Sanierungs-Fahrplan
Altbau ohne Albtraum: in welcher Reihenfolge Sie sanieren — und was Sie sich sparen können
197 € 49 €
einmalig, inkl. MwSt.
Einführungspreis bis 31.12.2026
Danach regulärer Preis: 197 € einmalig
Vorverkauf · Freischaltung am 01.10.2026
Zum Videokurs — 49 €
Thomas Tergan, Sustainabim
Ingenieurbüro für Sanierung, digitale sowie energetische Ertüchtigung und Weiterentwicklung von Bestandsgebäuden, Dresden. Was hier steht, stammt nicht aus Fachbüchern, sondern aus Gebäuden, die wir aufgemessen, geöffnet und wieder instand gesetzt haben — einschließlich der Stellen, an denen es unangenehm wurde.
Ohne Ihren Klick in der E-Mail passiert nichts. So landet niemand in der Liste, der nicht selbst gefragt hat — und wir wissen, dass die Adresse stimmt.
Zum Einstieg ein paar kurze Mails zu Ihrem Leitfaden, danach ein Fall aus der Praxis, wenn es etwas zu sagen gibt — mit Tipps und passenden Angeboten.
Der Abmeldelink steht unter jeder E-Mail und wirkt sofort, ohne Rückfrage. Ihre Adresse geben wir an niemanden weiter.
Kein Gesetz zwingt Sie. Der Markt schon.
Eine allgemeine Sanierungspflicht für Wohnhäuser gibt es nicht. Die Energieklasse steht trotzdem im Preis: Bei gleichem Baujahr liegt ein Haus der Klasse H rund 17 Prozent unter einem vergleichbaren Haus der Klasse D (immowelt, Analyse vom 19.3.2026) — ein bundesweiter Durchschnitt, in teuren Lagen kleiner, in günstigen größer. Der Leitfaden zeigt drei Schritte, die fast nichts kosten.